Tourismuslehre



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Etymologie "Tourismus"

Etymologie Tourismus

Das Wort "Tourismus" hat sich erst nach Ende des zweiten Weltkriegs in Deutschland verbreitet. Obwohl es schon zu Mitte des 19 Jahrhundert (1854) in Grimms Deutschen Wörterbuch auftauchte, wurde es erst nach dem Krieg als Synonym für das Wort "Fremdenverkehr" verwendet.

Im 17. Jahrhundert bedeutete das Wort "tour" soviel wie "Umgang, Rundgang, Spaziergang" und war als geruhsamer Rundgang um den eigenen Besitz am Abend (tour de propriétaire)üblich (Prahl/Steinecke 1981). Im militärischen Bereich und in der Reitkunst bedeutete „Tour“ eine „Wendung“ oder „Schwenkung“ und beim Tanzen eine bestimmte Figur (Opaschowski 1981).

Das Wort Tourismus stammt aus dem griechischen topvo (= tornus) und bezeichnete ein zirkelähnliches Werkzeug.

  • tornare lateinisch = runden
  • tornum mittelllatein. = Rundung
  • tornos (griechisch) = Turnus, Wiederholung, Rundung
  • tornus (lateinisch) = Turnus, Wiederholung, Rundung
  • tour französisch = Rundgang, Umlauf
  • Tourist = Person, die eine solche Tour macht

Kennzeichnend für diese Wortgruppe, ist der Begriff der Rundung, der eine zum Ausgangspunkt zurückkehrende Wendung beinhaltete. 'Entsprechend wird auch der Aspekt der "Rückkehr" oder des nur zeitweiligen oder vorübergehenden Aufenthaltes an einem anderen Ort meist mit "Tourismus" verbunden (Freyer 1998).

Tour: Eine Tour ist ein „Wohin und zurück“ im 17th Jahrhundert hatte der Begriff die Bedeutung „Umgang, Rundgang, Spaziergang“

In Adelskreisen wurde zwischen der „kleinen Tour“ und der „großen Tour“ unterschieden. (Die große Tour, auch als „grand tour“ bezeichnet war ein pflichtmäßiger Bestandteil des adligen Erziehungsprogramms)

Ca. ab 1870, im Zusammenhang mit der aufkommenden Bergtouristik bedeutete das Wort „Tour“ = „alpine Bergbesteigung“

1870/71 Nach dem deutsch-französischen Krieg, im neuen Deutschen Reich, wurde das Wort „Tour“ zunehmend verpönt, und durch Begriffe wie z.B. Reise oder Wanderung ersetzt

Der Begriff 'Tourismus' geht zurück auf das französische Substantiv 'le tour' (die Reise), ist aber erstmals um 1800 im Englischen belegt; im Französischen taucht er 1816 auf und im Deutschen um 1830. (Quelle Tourismus im globalen Wettbewerb, Referat von Bundesrat Hans-Rudolf Merz)

Die Wortschöpfung "Tourismus" ist eine Entlehnung/Übersetzung aus dem französischen Wort "tourisme", dem englischen Wort "tourism" und dem italienischen Wort "turismo". Das Wort Tour wurde schließlich auf Dinge übertragen, die sich drehen oder gedreht wurden, wie zum Beispiel die Umdrehung einer Walze, einer Welle, eines Motors z.B. Tourenzahl.(vergl. Opaschowski 1989).

Im Internet findet sich bei Wikepedia die Behauptung, das dass Wort "Tourismus" bereits seit 1810 in der Literatur auftaucht, diese Behauptung ist jedoch durch keine Literaturangabe bzw. Quelle belegt wurden.

Nach Opaschowsiki, ist der Begriff „Tourismus“ eine junge Wortbildung, die in Deutschland erst nach dem 2. Weltkrieg Verbreitung fand. So war der Begriff in den 60er Jahren, in einigen Wörterbüchern nicht einmal aufgeführt.

Geschichtliche Entwicklung des Begriffs „Fremdenverkehr“

Der Begriff „Fremdenverkehr“ taucht vermutlich zum ersten Mal 1850 in einem von Dr. F.J. Beherend verfasstem Buch das den Fremdenverkehr im Zusammenhang mit der zunehmenden Prostitution in Berlin erwähnt.

In einem im Jahre 1858 von E. Curtius gehaltenem Vortrag über den „Weltuntergang der griechischen Cultur“ an der Universität Göttingen, wird der Begriff „Fremdenverkehr“ ebenfalls genannt.

Literarisch allgemein nachweisbar, wird der Begriff im etwa 1866.

Unter dem Begriff „fremd“ wurde im Deutschen das, was einem nicht nahe steht, also unbekannt ist, womit man nicht befreundet oder vertraut ist bezeichnet (vergl. Opaschwoski 1989). Als Fremden (althochdeutsch fremedi) beschrieb man früher einen, der „fram“ (Grundbedeutung „weg, entfernt“,) „exterus“ (ex terra = aus dem Land), fern von seinem Heimatland war, also den Nichteinheimischen, den Ausländer. Der Begrif leitet sich aus dem gotischen „fram“ ab und bedeutet fern, weg von (E. Spatt 1974). Als „fremd“, konnte als im übertragenem Sinn die jenige Person bezeichnet werden, die aus der Ferne kam. Das Wort „Fremdenverkehr“ leitete sich aber ebenfalls, aus dem althochdeutschen Begriff „eli-lenti“ ab, worunter man so viel verstand wie „im fremden Lande“ (vergl. E. Spatt 1974). Jedoch hat sich dieses Wort über das mittelhochdeutschen „elende“, was soviel bedeutete wie „jammervoll“, „unglücklich“ und als Hauptwort etwa mit den Begriffen „Not“, „Verbannung“ oder „Ausland“ zu übersetzen wäre, zu dem heutigen Wort „Elend“ entwickelt. Die Begriffe „eli-lenti“ und „elende“ waren mit der Vorstellung verknüpft, das die Menschen, welche aus anderen Gegenden und Ländern kamen, sich in einer bedauernswerten Lage befanden. Im Laufe der sprachlichen Entwicklung hat sich dann das Wort „fremd“ durchgesetzt (E. Spatt 1974).

Sobald der Mensch aus der Heimat herausfiel war er ein "Elender". So hieß das Wort für einen Fremden im Mittelalter. Der Fremde, der Elende: Randständig, behindert gemacht, kulturell different. „Elend“ hat eine althochdeutsche Wurzel: eli-lenti Das bedeutete „ausgewiesen“ aus dem Frieden (der angeborenen Rechtsgenossenschaft). Insbesondere im Altsächsischen taucht es auf als „Ausland“, als „Verbannung“, beziehungsweise als „Not“. Diese Bedeutungen waren im Sprachverständnis der Zeit, aus dem das Innsbrucklied stammt, noch lebendig. Eli-lanti bzw. „ali-lanti“, das „andere Land“, das Aus-land: Different, das alles (P. Stöger)

Der Fremde war zugleich der Feind, er galt als rechtslos und hatte kein Anrecht auf Schutz und Frieden. Teilweise, waren die Fremden den Schikanen der Einheimischen ausgesetzt und wurden ihrem Schicksal selbst überlassen.

Es wurden vor allem, von geographischer und volkswirtschaftlicher Seite verschiedene Definitionen für den Begriff Fremdenverkehr verfasst:

1905- Stradner, Buch „Der Fremdenverkehr“ (Volkswirtschaftslehre)

1911 – Prof. H. v. Schullern-Schrattenhofen (erste wissenschaftliche Untersuchung, die den Fremdenverkehr als ein Objekt behandelt

1922 – Definiton von Paul Neff

1927 – Artiklel „Fremdenverkehr“ von W. Morgenroth im Handwörterbuch der Sozialwissenschaften

1931 – A. Bormann, Buch „Die Lehre vom Fremdenverkehr“

1935 – Robert Glücksmann „Allgemeine Fremdenverkehrskunde“

1942 – Hunziker/Krapf „Grundriss der allg. Fremdenverkehrslehre“

(Beginn der modernen Fremdenverkehrlehre)

Quellen:

Freyer: Tourismus: Einführung in die Fremdenverkehrsökonomie S. 398 ff.

Merz, Hans Rudolf: Referat "Tourismus im globalen Wettbewerb“

Prahl/Steinecke: Der Millionen Urlaub 1981

Prahl/Steinecke: Tourismus, Arbeitstexte für den Unterricht 1980

Opaschowski: Tourismusforschung 1989

Sölter, M.: Skript Einführung in die Tourismuswirtschaft 2005 (nach Quellen von Opaschowski: Tourismus, Eine systematische Einführung 2002, Mundt: Einführung in den Tourismus 2. Auflage)

Stöger, Peter: Vortrag: Eingegrenzt und ausgegrenzt. Tirol und das Fremde. Zum historischen Umgang mit dem Anderen am Beispiel von Weltanschauungen und Religionen www.stz-stams.tsn.at/personen/ Details/sonstiges/STP/Eingegrenzt.pdf - Zusätzliches

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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